Polizei zerschlägt mutmaßlichen Drogenhändlerring
Artikel vom 24.05.2012
Einen mutmaßlichen Drogenhändlerring, der von Heilbronn aus Marihuana vom Balkan eingeschmuggelt und deutschlandweit verkaufte, hat die Heilbronner Polizei zerschlagen. Innerhalb weniger Wochen beschlagnahmten die Fahnder der Ermittlungsgruppe (EG) Omnibus 99 Kilogramm Marihuana im Wert von 1,2 Millionen Euro. Die Polizei nahm zehn Verdächtige fest, neun sitzen im Gefängnis.
Kern der Bande sind vier Kosovaren, der Kopf, ein 31-Jähriger, lebte in Heilbronn. Er hielt sich mit gefälschten Papieren illegal in Deutschland auf und war bereits vor Jahren abgeschoben worden.
Als die größte beschlagnahmte Drogenmenge seiner Amtszeit bezeichnete Polizeichef Roland Eisele den Fall. Leitender Oberstaatsanwalt Frank Rebmann zog einen plastischen Vergleich: Mit diesen fast 100 Kilogramm habe man rund eine viertel Million Joints vom Markt genommen, „die jetzt nicht geraucht werden“.
Ermittlungen seit einem halben Jahr
Bereits im November 2011 begannen Fahnder des Rauschgiftdezernats der Heilbronner Kriminalpolizei aufgrund eines Hinweises mit den Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Rauschgifthändler. In diesem Zusammenhang haben die Polizisten bereits Anfang Dezember 2011 in der Wohnung eines 29-jährigen Heilbronners knapp 14 Kilogramm Marihuana aufgefunden.
In den nachfolgenden Monaten wurden die Ermittlungen intensiviert und am am 3. Februar 2012 die Ermittlungsgruppe Omnibus eingerichtet. Die siebenköpfige EG führte weitere Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Rauschgifthändler, von denen sich vier als mögliche Drahtzieher entpuppten.
Mehere Festnahmen seit Jahresbeginn
Am 4. März 2012 verhafteten Polizisten bei einer Kontrolle eines Reisebusses auf einem Rastplatz in der Nähe von Rosenheim in Bayern zwei der verdächtigen Männer, die sie mit 22,5 Kilogramm Marihuana antrafen. Als Versteck hatten sich die Kuriere den Ersatzreifen des Fahrzeuges ausgesucht.
Außerdem brachten die Fahnder in Erfahrung, dass ebenfalls Anfang März weitere 20 Kilogramm Marihuana aus Italien nach Deutschland importiert werden sollten. Auf der Autobahn 81, im Bereich der Anschlussstelle Neuenstadt, nahmen die Einsatzkräfte der Kriminalpolizei Heilbronn mit Unterstützung einer Spezialeinheit einen weiteren mutmaßlichen Drogenkurier fest.
Kinderwagen als Tarnung
Bei der festgenommenen Person handelt es sich um einen 27-jährigen Öhringer. Er war zu diesem Zeitpunkt in Begleitung seiner Schwester und deren zehn Monate alten Sohn. Die Fahnder entdeckten das Rauschgift in einer Reisetasche, die sich versteckt im Kofferraum, hinter einem Kinderwagen sowie weiteren Babyutensilien, befand.
Der 27-Jährigen wurde festgenommen. Auch ein 33-Jähriger aus Neuenstadt wurde das Heilbronner Amtsgericht einen Haftbefehl, woraufhin der 33-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt gebracht wurde.
Heilbronner Kriminalpolizei fasste zwei weitere Drogenkuriere
Beamte der Kriminalpolizei Heilbronn haben dann im April weitere 42,6 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt. Auf der Bundesautobahn 5 bei Appenweier kontrollierten die Beamten am 11. April einen Kleinlaster, der vermutlich zum Zwecke der Kurierfahrt angemietet worden war. Auch hier fungierten zwei Männer offensichtlich als Drogenkuriere. Sie hatten die Drogen aus der Schweiz ins Bundesgebiet eingeführt.
Äußerst unkonventionell war auch hier das Versteck des Betäubungsmittels. Dieses fanden die Polizisten in insgesamt sechs Stahlstützen. Das Rauschgift war in diese eingeschweißt worden und lag unter weiterem Baumaterial versteckt. Bei den beiden Verhafteten handelt es sich um Vater und Sohn, die in Speyer gewohnt haben.
Zwischenzeitlich nahmen Fahnder dann einen 27-Jährigen fest in Begleitung zweier Männer in einem Bruchsaler Industriegebiet fest. Bei den Begleitern handelte es sich um einen der mutmaßlichen Haupttäter sowie einen 25-Jährigen mutmaßlichen Betäubungsmittelabnehmer. Dieser hätte nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen einen Teil der Lieferung aus der Schweiz erhalten sollen. Einen fünfstelligen Bargeldbetrag trug er zum Zeitpunkt seiner Festnahme bei sich.
Mutmaßlichen Kopf der Bande gefasst
Nahezu zeitgleich gelang es den Fahndern der Heilbronner Kripo mit Unterstützung mehrerer Kollegen der Bereitschaftspolizei Böblingen zwei Männer im Alter von 31 und 39 Jahren in einem Gebäude der Heilbronner Schubartstraße festzunehmen. Bei dem 31 Jahre alten Mann soll es sich um den Kopf der Tätergruppierung handeln. Er hielt sich illegal im Bundesgebiet auf und wurde wegen eines ausländerrechtlichen Verstoßes gesucht.
Aufgrund der Ermittlungen der EG Omnibus wurden bisher zehn Personen festgenommen, neun sitzen in Haft. Derzeit wird außerdem gegen weitere Verdächtige in Italien, der Schweiz und im Kosovo ermittelt. red





