Haben Sie noch Vertrauen in unsere Politiker?
Artikel vom 15.01.2012
Achtan Stoll, Künzelsau:
Nein, ich habe kein Vertrauen mehr. Es scheint, als ob es in Deutschland nur noch Korruption gibt. Selbst der Bundespräsident enttäuscht mich. Es ist erschreckend, was da alles nach und nach ans Tageslicht kommt. Was soll man da noch glauben? Das Schlimme an der Sache ist, dass das Volk nichts daran ändern kann.
Torsten Schories, Künzelsau:
Vertrauen habe ich nur noch sehr, sehr wenig. Das, was jetzt mit Wulff war, hat mich zutiefst enttäuscht. Wenn wir nicht mal mehr unserem Bundespräsidenten vertrauen können, wem dann? Auch dass die BW-Bank Wulff einen fast kostenlosen Kredit gewährt hat, macht mich sprachlos. Unter einem Prozent − das soll ein Vorteil sein?
Ahmet Yüca, Künzelsau:
Das ist eine schwierige Frage. Ich finde es traurig, dass unser Bundespräsident im Endeffekt unser Geld ausgibt. Dass alle Politiker gleich schlecht sind, glaube ich aber nicht. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel finde ich zumindest gut. In sie habe ich definitiv Vertrauen, und ich würde mir wünschen, andere würden sich an ihr ein Beispiel nehmen.
Antonio Ribezzi, Künzelsau:
Wir als Bürger Deutschlands können einen Bundespräsidenten wie Wulff nicht gebrauchen. Wir haben eine Vorbildfunktion in Europa. Durch Geschehnisse wie im Fall Wulff verlieren wir das Vertrauen in unsere Politiker. Was werden jetzt andere von uns denken? Ich denke, dass es andere Politiker gibt, denen wir noch vertrauen können.
Paul Müller, Mulfingen- Simprechtshausen:
Mein Vertrauen hat gelitten. Teilweise machen Politiker uns vor, wie wir es eigentlich nicht machen sollen. Sie nehmen alle Vorteile in Kauf, während die Kleinen bestraft werden würden. Frau Merkel ist für mich eine Vorzeige-Politikerin. Bei ihr hat man das Gefühl, dass sie ehrlich ist und auch das meint, was sie sagt.
Waltraud Munz, Künzelsau-Morsbach:
Die Frage ist schwierig. Von einem Bundespräsidenten erwartet man etwas mehr. Ich bin enttäuscht. Immer mehr kommt ans Tageslicht. Damit habe ich ein Problem. Die Bundeskanzlerin tut mir leid. Es gibt ja nicht so viele, die dieses Amt übernehmen können. Auch von Guttenberg hätte ich es nicht erwartet. Er war mir sympathisch. (jan)

