"Oben ohne" geht gar nicht
Artikel vom 03.02.2013
Beim Faschingsflirt gilt: Männer müssen Gentlemen bleiben.Foto: Archiv/Mugler
Ohne Tabus. Die Narren ziehen los, in ganz großen Schritten − und Erwin fasst der Heidi von hinten an die... Schultern: Beim Fasching fällt im Schutz der Verkleidung so manches Tabu. Aber gehören Anzüglichkeiten in der närrischen Zeit wirklich zum Programm? Etikette-Trainerin Antonia Wegmann aus Künzelsau stellt klar: "Wer auf eine Faschingsparty geht, weiß, worauf er sich einlässt. Frauen, die praktisch oben ohne dort auftauchen, dürfen nicht erwarten, dass sich alle benehmen wie bei Hofe." Denn ein gewisses Balzverhalten müsse man einkalkulieren. "Karneval ist nun mal eine einzige große Flirt-Party."
Im Griff. Grenzen gibt es Wegmann zufolge trotzdem: "Ein Nein gilt immer, auch beim Fasching." Aber je höher der Alkoholpegel, desto niedriger oft die Hemmschwellen. "Viele haben sich betrunken nicht mehr im Griff." Und leisten sich − womöglich unerkannt − Grapschereien, die sie sich sonst nie erlauben würden.
Kostüm. Deshalb ist schon bei der Kostümierung Fingerspitzengefühl gefragt. Wegmann: "Alles, was das Gegenüber beleidigt, geht nicht." Man sollte sich nicht bis zur Unkenntlichkeit maskieren − aber auch nicht ungeschminkt bei einer Faschingsparty erscheinen. "Gerade bei Prunksitzungen herrscht oft ein eleganter Dresscode."
Beziehungskiller. Als Vorbereitung auf die Faschingsparty rät die Benimmexpertin, eine solide Grundlage zu schaffen. "Ein Leberwurstbrot oder eine deftige Currywurst sind das richtige Essen vor der Party." Denn alkoholbedingte Aussetzer zu vermeiden, liegt auch im eigenen Interesse. Wegmann erklärt: "Fasching ist kein Freifahrtschein und kann ganz schnell zum Karriere- und Beziehungskiller werden."


