Gegen rechts
Artikel vom 29.01.2012
Die Gefahr war immer vorhanden, aber sie wurde zu lange verkannt.
Bernhard Löffler
Gedenken. Der letzte Name, der laut vorgelesen wird, ist der von Michèle Kiesewetter. Sie ist eines von neun Opfern der rechtsextremistischen Terrorzelle. Die Gesichter der Demonstranten auf der Heilbronner Theresienwiese erstarren, als sie sich an die Tat erinnern, die 2007 an dem Ort geschah, an dem sie heute ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen wollen.
Beteiligung. Rund 700 Demonstranten haben sich in Heilbronn versammelt. Sie ziehen von der Theresienwiese über den Hauptbahnhof zur Allee. Von dort läuft der Zug, an dem auch etliche Politiker teilnehmen, zum Gewerkschaftshaus in Richtung Berliner Platz, wo die Demonstration endet. Zu ihr aufgerufen hatten zwei Bündnisse, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen − "Heilbronn sagt Nein" und "Heilbronn stellt sich quer".
Aktueller Anlass. Am Freitag wurde der Holocaust-Opfer gedacht. Am gleichen Tag nahm der Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag, der sich mit den Verbrechen der Zwickauer Terrorzelle beschäftigt, die Arbeit auf. Für Bernhard Löffler Grund genug, auch in Heilbronn Menschen zu mobilisieren. Der Regionsvorsitzende des DGB Nordwürttemberg warnt vor der "Gefahr von rechts": "Sie war immer vorhanden, aber sie wurde zu lange verkannt."
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