Es ist Eiszeit
Artikel vom 05.02.2012
Der vereiste Neumühlsee wird von Schlittschuhläufern gerne besucht. Für Polizist Jens Brockstedt sind Eisplatten auf dem Dach eines Lastwagens inakzeptabel.Fotos: Bremer/Henke
Gefahr. Minus acht Grad am Tag, minus 15 Grad in der Nacht − in Deutschland herrscht Bibber-Alarm. Die Kälte hinterlässt ihre Spuren. Da sind zum einen die Seen. Im Sommer kann in ihnen geplantscht werden, im Winter versammeln sich dort die Schlittschuhläufer. Doch man muss vorsichtig sein, wie ein Fall in Obersontheim (Landkreis Schwäbisch Hall) wieder deutlich machte. Dort war ein 58-jähriger Mann am Freitag beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochen und gestorben.
Verantwortung. Generell regeln Städte und Gemeinden, ob die Gewässer freigegeben werden. Vielen Behörden ist es jedoch zu riskant, bei Unfällen die Verantwortung übernehmen zu müssen. Deswegen wird sie auf den Bürger übertragen. "Betreten auf eigene Gefahr" ist auf den Hinweisschildern zu lesen, die an den Ufern der Hohenloher Seen aufgestellt werden. Vier davon befinden sich auch am Buchhorner See in Pfedelbach. "Wir haben außerdem den Zusatz, dass die Eisdicke nicht kontrolliert wird", sagt Haike Schramm, Ordnungsamtsleiterin im Pfedelbacher Rathaus.
Risiko. Für den Tiroler See beim Schleierhof gilt dasselbe. Betreten sei auf eigene Gefahr, heißt es im Forchtenberger Rathaus. Die Waldenburger schließen sich da an. Ob das Eis auf dem dortigen Neumühlsee dick genug ist, muss jeder selbst einschätzen. "Ein gewisses Risiko ist immer da", sagt der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Jürgen Pauli.
Strasse. Auf einem A-6-Parkplatz bei Bretzfeld hält Jens Brockstedt, Leiter der Autobahn- und Verkehrspolizei Heilbronn, ein etwa sieben Kilogramm schweres Eisstück in den Händen. Es stammt vom Dach eines LKW, der von den Ordnungshütern angehalten wurde. "Wir wollen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren, dafür Sorge zu tragen, dass sie bei Fahrtbeginn keine Eisplatten auf den Dächern ihrer Fahrzeuge haben." Löst sich eine Platte, wird es für die nachfolgenden Fahrzeuge gefährlich. 13 Unfälle habe es im Winter 2010/11 deswegen gegeben, sagt Brockstedt. "Wir werden die Kontrollen weiterhin durchführen." Wer von der Polizei erwischt wird, muss 25 Euro bezahlen und sein Dach sofort vom Eis befreien. Erst dann darf weitergefahren werden. (ana/mis)

