Immer die Kellerkinder
Artikel vom 05.02.2012
Lange Zeit bissen sich die Heilbronner Falken − hier mit Chris Capraro (dunkles Trikot) − am Abwehrriegel und dem Schlussmann der Gäste aus Dresden die Zähne aus.Foto: Marc Thorwartl
Trotz einiger personeller Engpässe bei den Heilbronner Falken − Kapitän Luigi Calce und Stürmer Chris Billich fehlten mit Leistenverletzungen − gingen sie als erklärter Favorit in die Partie der zweiten Eishockey-Bundesliga gegen das Tabellenschlusslicht aus Dresden. Nach acht Siegen in Folgen strotzte das Team von Trainer Rico Rossi nur so vor Selbstvertrauen, wohingegen das Team von der Elbe im Laufe der Saison vom ersten bis zum letzten Tabellenplatz durchgereicht wurde und sich längst mit der Abstiegsrunde abgefunden hat.
Zusätzliche Brisanz bekam die Partie durch den neuen Torhüter bei den Gästen. Die hatten zu Beginn der Woche Steve Silverthorn verpflichtet. Eben jenen Schlussmann, den auch die Falken als Nachfolger für Todd Ford im Visier hatten. Doch Silverthorn gab den Falken einen Korb. "Er sagte uns, dass er sich in Nordamerika pudelwohl fühle und dieses Saison nicht mehr nach Europa kommen wolle", sagte Rossi. Drei Tage später unterschrieb er aber den Kontrakt in Dresden. "Das möchte ich lieber nicht kommentieren", erklärte der Heilbronner Coach.
Bei Silverthorn konnten sich die Gäste bedanken, dass sie letztendlich einen Punkt aus Heilbronn mit auf die Heimreise nahmen. Zwei Drittel lang kam die Angriffsmaschinerie der Falken gar nicht auf Touren. Leichtsinnsfehler und Ungenauigkeiten beim Passspiel ermöglichten es den Gästen sogar, mit einer 2:1-Führung ins letzte Drittel zu gehen.
Erst in diesem zeigten die Falken ihr Potenzial. Die Eislöwen kamen nur noch sporadisch aus dem eigenen Abwehrdrittel und die Falken erarbeiteten sich Großchancen im Sekundentakt. Doch immer wieder konnte Steve Silverthorn klären.
Nur einmal musste Silverthorn hinter sich greifen. Alexander Serikow hatte aus vollem Lauf abgezogen und der Puck schlug im Kreuzeck ein. Nach einer torlosen Verlängerung musste das Penalty-Schießen entscheiden. Während die Gäste bei allen drei Versuchen an Heilbronns Keeper Domenic Bartels scheiterten, konnte Topscorer Fabio Carciola seinen Versuch erfolgreich vollenden und so für die Heimmannschaft den Zusatzpunkt sicherstellen. Heute Abend müssen die Falken um 18 Uhr beim ESV Kaufbeuren antreten.

