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Der Tag des Michel Léveillé

Artikel vom 17.02.2013

Der Tag des Michel Léveillé Am Boden waren die Falken im Spiel gegen Dresden nur in dieser Szene. Michel Léveillé (blaues Trikot, rechts) bescherte seinem Team mit einem Treffer in der letzten Sekunde den sechsten Sieg in Folge.Foto: Thorwartl

Die Uhr lief gnadenlos herunter. In der Partie der zweiten Eishockey-Bundesliga zwischen den Heilbronner Falken und den Dresdner Eislöwen stand es 3:3. Nur noch sieben Sekunden waren zu spielen, als Stürmer Brent Walton sich die Scheibe schnappte und in die gegnerische Angriffszone lief. "Schieß!", hallte es von den Fanrängen, doch Walton stocherte die Scheibe irgendwie zum mitgelaufenen Michel Léveillé. Der machte noch zwei schnelle Schritte, holte weit aus und feuerte den Puck genau in den Winkel.

Im selben Moment ertönte die Schluss-Sirene. Hauptschiedsrichter Eric Daniels zögerte keine Sekunde und erkannte das Tor an. Auch die Dresdner Gäste protestierten nur halbherzig, weshalb der Treffer wohl unter die Kategorie "Glücklich, aber regulär" fallen dürfte. "Wochenlang hat uns dieses Quäntchen Glück gefehlt, da haben wir durch kuriose Tore verloren", sagte Falken-Trainer Rico Rossi auf der Pressekonferenz. Ebenso lange hatten die Falken hart dafür gearbeitet, dass ihnen Fortuna wieder hold ist. Durch den 4:3-Erfolg konnten sie die Sachsen − einem der härtesten Konkurrenten im Kampf um die letzten beiden Play-off-Plätze − auf Distanz halten und den Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen.

Es war eine zähe Partie, die beide Teams den 1.700 Zuschauern im ersten Drittel boten. Die 14-tägige Spielpause machte sich bemerkbar. "Das ist normal, man braucht immer etwas Zeit, den Rhythmus wieder zu finden", erklärte Michael Hackert. Mit der ersten gelungenen Kombination im zweiten Drittel, erzielte Léveillé die Führung für die Hausherren. Doch die Gäste schlugen zurück. Auch auf die erneute Falken-Führung durch Adriano Carciola hatten sie die passende Antwort parat.

Für Abwechslung sorgte eine Boxeinlage zwischen Falken-Verteidiger Pat Baum und Dresdens Martin Heider. Im Schlussdrittel wirkten die Sachsen dann zielstrebiger und konnten erstmalig in Führung gehen. Danach standen die Gäste sehr kompakt und ließen nur wenige Chancen der Hausherren zu.

Langsam wurde die Zeit knapp. Ein Abspielfehler im eigenen Abwehrdrittel ermöglichte den Falken dann den Ausgleich. Dominik Walsh passte die Scheibe vor das Tor, Luigi Calce fälschte ab, und der Puck zappelte im Netz. Als alle Zuschauer bereits mit der Verlängerung rechneten, kam die große Stunde des kleinen Léveillé. Nach seinem Siegtreffer war er minutenlang unter seinen gratulierenden Mannschaftskollegen begraben. "Das war der schönste Tag meines Lebens, den werde ich nie vergessen", sagte Léveillé. Nicht nur wegen des Tores in letzter Sekunde. Frühmorgens hatte seine Frau in den SLK-Kliniken auch das erste gemeinsame Kind − Töchterchen Julienne − zur Welt gebracht. "Beide sind wohlauf, und ich bin überglücklich."

Heute steht für die Falken bereits das zweite Sechs-Punkte-Wochenende auf dem Programm. Um 17 Uhr treffen sie in Crimmitschau auf die Eispiraten, einen weiteren Mitbewerber um die Play-off-Plätze. Hackert: "Ich glaube, dass wir den Druck brauchen, und wir haben gezeigt, dass wir gut damit umgehen können. Durch den Sieg reisen wir mit noch mehr Selbstvertrauen nach Crimmitschau."

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