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Der Papa steht heute im Finale

Artikel vom 27.01.2013

Der Papa steht heute im Finale Michael Berrer macht sich gaaanz laaang − und steht im Finale der Heilbronn Open.Foto: mars

Den Gedanken verdrängt Michael Berrer gerne. Fakt ist aber: Der Stuttgarter hat nun −auf die Heilbronn Open bezogen − eine historische Chance. Der Tennis-Profi kann als erster Spieler das ATP-Challengerturnier im Tenniscenter Talheim drei Mal gewinnen. 2007 und 2010 holte er sich bereits den Sieg. Gestern zog er mit einem 6:2, 1:0 (Aufgabe) gegen den an Nummer eins gesetzten Franzosen Paul-Henri Mathieu (Weltranglisten-60.) ins Finale ein. "Ich wusste, dass er angeschlagen ist", sagte Berrer. "Darum habe ich gepusht."

Berrer zeigte sich in der Woche von Talheim extrem locker und gelöst. Fast schon entspannt. Auf dem Platz wirkte er sehr sicher und gab keinen Satz ab. Berrer: "Es wäre sensationell, wenn ich gewinnen würde." Nicht nur wegen der 12.250 Euro Preisgeld und der 110 Weltranglistenpunkte. Schon jetzt hat Berrer 7.200 Euro und 65 Punkte sicher. Das zweite Halbfinale zwischen dem deutschen Meister Jan-Lennard Struff und Olivier Rochus (Belgien) wollte er sich aber nicht anschauen. Er kenne beide Spieler. Und: "Ich muss noch etwas für die Uni machen", sagte der Psychologie-Student der University of Phoenix. "Außerdem will ich mich noch um meine Tochter kümmern." So machte er sich schnell wieder auf den Weg nach Stuttgart.

Auch wenn sich die Prioritäten des 32-Jährigen verschoben haben, nennt er Tennisspielen "das liebste, was ich auf der Welt mache". Doch genossen hat er seinen Traumjob bisher nur selten: "Ich habe mich immer zu sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte zu viel. Körperlich bin ich topfit. Vielleicht geht ja noch was." Jetzt spielt er Tennis mit mehr Genuss. Ohne Druck. Und das war auch gegen Mathieu zu sehen. Er ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Den ersten Satz zog Berrer locker durch. Beim Stand von 3:2 gelang ihm das erste Break. Danach brachte er seinen eigenen Aufschlag zu Null durch und setzte ein zweites Break hinterher.

Im ersten Spiel des zweiten Satzes wackelte Berrer dann kurz. Er hatte ungewohnte Schwierigkeiten mit seinem Aufschlag, der sonst so sicher kam, nachdem er im vergangenen Jahr ein paar Kleinigkeiten umgestellt hatte. 15:40 stand es bei eigenem Aufschlag. "Ich habe versucht ruhig zu bleiben und jeden Punkt zu spielen." Es gelang. Das Spiel ging an ihn, und Mathieu gab auf. Schon die ganze Zeit hatten ihn Probleme geplagt. Zuerst am Rücken, im Halbfinale war es dann das Bein. "Ich fahre jetzt nach Hause und schaue was los ist", erklärte der Franzose. Berrers Gegner im heutigen Finale stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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