Besitzer gesucht
Artikel vom 05.02.2012
Teddy und Co. warten sehnsüchtig auf ihre Besitzer. Bei den Stofftieren ist der emotionale Wert sehr groß.Fotos: Dominik Jahn
Er ist nur einer von vielen. Er trägt einen kleinen unscheinbaren Aufkleber mit einer Nummer darauf − 111-80. Nummer 111-80 ist einer von rund 140 Schlüsseln, die allein in diesem Jahr im Fundbüro des Bürgeramts in Heilbronn abgegeben wurden. Sie alle hängen fein säuberlich aufgereiht an einem Schlüsselbrett (Foto unten).
Aber nicht nur dort sind die Reihen im Büro von Sabine Pahlke, Hauptsachbearbeiterin für Fundsachen, gut gefüllt. "Ganz so viel Platz haben wir hier leider nicht." Wie viel sich genau in einem Jahr ansammelt, das weiß Sachgebietsleiterin Silke Körner: "Im zurückliegenden Jahr kamen wir auf rund 1.100 Sachen. Davon sind dann 450 zurück an den rechtmäßigen Eigentümer gegangen." Der übrige Teil geht entweder in den Besitz der Stadt über oder an den Finder. Zu den Klassikern im Fundbüro zählt neben dem Schlüssel auch der Geldbeutel. Körner: "2011 hatten wir 40 Geldfunde, und 2012 sind es jetzt schon drei." Die Summen bewegen sich dabei laut Pahlke immer irgendwo zwischen zehn und 500 Euro.
Aber das Büro für verlorene oder vergessene Sachen hat ein großes Problem − es gerät selbst immer mehr in Vergessenheit. "Zu selten denken die Menschen an uns, wenn sie etwas verloren haben", sagt Körner. Dabei lohnt es sich durchaus, bei Sabine Pahlke anzurufen. Denn selbst Neuware findet den Weg ins Fundbüro. Pahlke: "Ganze Einkaufstüten landen bei uns."
Besonders tragisch ist es aber häufig, wenn Kinder ihr geliebtes Stofftier verlieren. Ein ganzes Abteil haben die großen und kleinen Lieblinge in Pahlkes Schrank eingenommen. " Der emotionale Wert ist dabei nicht zu unterschätzen."
Es gibt aber auch Fundsachen, da stellt sich die Frage, wie so etwas überhaupt verloren gehen kann. Ein Rollstuhl etwa, der in einer Arztpraxis vergessen wurde, oder ein Kinderwagen. "Man fragt sich schon, was mit dem Kind passiert ist. Und ob da alles in Ordnung ist", sagt Körner. Doch am meisten Kopfschütteln verursacht derzeit ein Gebiss. Pahlke: "So etwas kommt nicht alle Tage vor. Es wurde auf einer Bank gefunden. Der Besitzer hat es liegen gelassen und ist ohne Zähne weiter gegangen." Aber egal ob Zähne oder Schlüssel: Wer etwas verloren hat, sollte immer an das Fundbüro denken. Nicht selten landen die Sachen am Ende mit einem kleinen unscheinbaren Aufkleber im Büro von Sabine Pahlke.
Das Fundbüro befindet sich am Marktplatz 7 in Heilbronn, Telefon 07131/56-2076. Die Fundsachensuche online gibt es unter www.heilbronn.de

