Öfter mal was Neues
Dominik Jahn | Artikel vom 29.08.2010
Timo Wuerz, geboren in Schwäbisch Hall, ist wohl das, was man als einen positiv Verrückten bezeichnen würde. Comiczeichner, Illustrator, Designer, Experte für Storytelling und vieles mehr, der 37-jährige ist nur schwer festzulegen bei dem, was er macht.
Würden Sie sich selbst als Multitalent bezeichnen?
Timo Wuerz: Na ja, ein paar Sachen kann ich schon. Ich würde mir aber nicht anmaßen zu sagen, ich kann alles. Ich versuche einfach gerne neue Dinge. Es klappt auch nicht immer alles, was ich mache.
War die Vorliebe für das Künstlerische schon immer vorhanden, oder haben Sie es erst spät für sich entdeckt?
Wuerz: Zeichnen kam bei mir noch vor dem Reden. Es war schon immer die natürlichste eine Form der Kommunikation für mich. Ich habe eine gute Portion Talent abbekommen.
Kommt das Talent aus der Familie?
Wuerz: Mein Vater malt ein bisschen, aber eigentlich bin ich, was das angeht, das bunte Schaf der Familie.
Sie leben aktuell in Hamburg. Warum der hohe Norden?
Wuerz: Ursprünglich bin ich mal der Liebe wegen hierher gezogen. Die ist weg, dafür ist die Liebe zu Hamburg geblieben. Für mich gibt es keine schönere Stadt in Deutschland. Beruflich war die Ortswahl aber nie ein Beweggrund, da ich ja weltweit tätig bin.
Sie wurden mal als Rockstar der Comicszene beschrieben. Passt der Titel?
Wuerz: Ja, irgendwie schon. Normalerweise sind Zeichner eher etwas introvertiert, da falle ich komplett aus dem Rahmen. Eine Autogrammstunde für meine Fans fällt da schon mal etwas größer und lauter aus, als man das sonst so gewohnt ist von anderen Künstlern. Und musikalisch zieht es mich auch eher zum Gitarrensound hin.
Was war Ihr größter Erfolg?
Wuerz: Das ist schwer. In diesem Jahr war sicher der Auftrag für Lamborghini in Los Angeles ein echter Höhepunkt. Ein 500.000 Dollar teures Auto zu gestalten, ist schon eine echte Herausforderung. Eine weitere tolle Sache waren die Bilder für Marvel-Comics. Das Titelbild für ein Spiderman-Heft zu zeichnen ist einfach klasse.
Gibt es etwas, das Sie unbedingt einmal machen wollen, ein Traumprojekt?
Wuerz: Meist sind mir meine Projekte einfach über den Weg gelaufen. Ein Wunsch wäre aber sicher, einmal ein Plattencover für Iron Maiden zu machen. Sie waren für mich in der Jugend eine Inspiration. Damit würde sich in gewisser Weise ein Kreis schließen.
Was würden Sie machen, wenn Sie nicht Zeichner geworden wären − was wäre Ihr Plan B?
Wuerz: Einen Plan B gab es für mich nicht und wird es auch nicht geben. Ich wollte nie etwas anderes machen. Sicher, etwas Glück gehört auch dazu, um seine Ziele zu erreichen, aber egal, wie schwer es war, ich wollte es unbedingt − und am besten so groß und so erfolgreich wie möglich.
Mehr zu Timo Wuerz und seinen Arbeiten im Internet unter www.timowuerz.com
Teure Zeichenunterlage − der 500.000 Dollar teure Lamborghini aus Los Angeles.Foto: privat

