Gesicht verschandelt
Oliver Färber | Artikel vom 15.08.2010
Mit Permanent Make-up lassen sich viele Frauen verschönen. Sie sollten aber genau den Anbieter checken.Foto: ddp
Permanent Make-up kommt immer mehr in Mode. Doch Experten warnen: Es gibt einige schwarze Schafe. Martina Trost (Foto: privat) weiß das − und will Abhilfe schaffen. Von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken wurde sie zur ersten öffentlich bestellten Sachverständigen für Permanent Make-up vereidigt. Sie klärt auf, was falsch laufen kann.
Warum dürfen "schwarze Schafe" Permanent Make-up anbieten?
Trost: Der Beruf kann von jedem ausgeführt werden und ist nicht geschützt. Erst wenn Kunden diese anzeigen, kann man handeln. Doch der Anbieter hat dann das Recht, nachzubessern. Das möchten viele nicht: Sie wollen den Menschen nicht nochmals an sich heranlassen. Dann komme manchmal ich ins Spiel.
Welche Fehler können passieren?
Trost: Manche haben einfach nicht den richtigen Blick dafür. Dann wählen sie falsche Farbtöne, die nicht zur Haut passen − oder die Farbe verläuft, und es entstehen dicke Balken. Manche verzeichnen sich. Dann wird manchmal nicht in obere Hautschichten pigmentiert, sondern schon tiefer tätowiert. Da kann dann oft nur der Arzt weiter helfen.
Welche Folgen kann das haben?
Trost: Der Arzt muss gegebenenfalls mit einem Laser arbeiten. Es können Narben zurückbleiben, wenn jemand tätowiert statt pigmentiert.
Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einer Tätowierung und einem Permanent Make-up?
Trost: Tätowieren geschieht eher in tiefere Hautschichten und ist von Dauer. Permanent Make-up gibt die Möglichkeit, es an Alter und Hauttyp immer wieder anzupassen. Wenn es nicht aufgefrischt wird, verschwindet es nach drei bis fünf Jahren wieder.
Wie oft muss es aufgefrischt werden, um es zu erhalten?
Trost: Normal alle ein bis zwei Jahre − je nachdem wie das Gesicht sich verändert.
Von welchen Anbietern sollte man lieber die Finger lassen?
Trost: Das erkennt man meistens am Preis. Bei Billiganbietern sollte man gleich skeptisch sein.
Warum gibt es solche Preisunterschiede überhaupt am Markt?
Trost: Weil es viele unterschiedliche Ausbildungen ohne Standard gibt. Ohne Hintergrund kann man von der Tages- bis zur Monatsschulung alles besuchen. Entsprechend sieht auch das Ergebnis aus.
Welche Tipps gibt es, um sich zu schützen?
Trost: Man sollte sich gut informieren. Vor Ort sollte man sich das Make-up bei der Beratung vorzeichnen lassen, dann ist sofort zu erkennen, ob es gefällt. Auch das Studio sollte genau angeschaut werden: Wie sieht es mit Hygiene aus? Wie ist das Erscheinungsbild der Pigmentiererin? Welche Farben werden verwendet? Nimmt man sich genügend Zeit für Fragen?
Was ist, wenn etwas schief gelaufen ist?
Trost: Wer nicht den Anbieter direkt ansprechen will, für den ist eine Sachverständige wie ich ein möglicher Anlaufpunkt. Ich beurteile auch für Kollegen ihre Arbeit, kann auch sehen, was zu korrigieren ist.
Welche Aufgaben haben Sie noch als Sachverständige − und was qualifiziert sie dazu?
Trost: Auch Versicherungen und Gerichte können meine Fachkompetenz fordern. Ich habe vermehrt Schulungen besucht, um eine spezielle Prüfung abzulegen.
Martina Trost ist unter Telefon 07131/254805 erreichbar und gibt Hilfestellung.

