Momente des Innehaltens
Artikel vom 18.12.2011
Marianne Hagenbach (Foto: privat) ist Geschäftsführerin der Diakonischen Bezirksstelle im Kirchenbezirk Neuenstadt.
Die Woche vor Weihnachten beginnt, und die letzten Vorbereitungen für das Fest werden getroffen. Oft ist diese Zeit verbunden mit einem Mammutprogramm an Erledigungen. Dazu eine Geschichte: Ein Rabbi sieht, wie es einer ganz eilig hat. Der rast atemlos die Straße hinab, schaut nicht nach rechts oder links. "Warum rennst du so", fragt der Gelehrte den Eilenden. "Ich gehe meinem Geschäft nach", antwortet der Mann. Der Gelehrte weiter: "Und woher weißt du, dass dein Geschäft vor dir herläuft, so dass du ihm nachjagen musst? Vielleicht ist es auch hinter dir im Rücken, und du musst nur anhalten, stehenbleiben und innehalten, um ihm zu begegnen und es zu machen. Du aber fliehst vor ihm in deiner Hetze."
Gerade wenn Hektik und Stress immer größer werden, brauchen wir Unterbrechungen und Momente des Innehaltens. Ein schöner Impuls des Innehaltens sind die täglichen Sternstunden in Neckarsulm während der Adventszeit. Da gestaltet jeden Abend eine andere Gruppe auf dem Marktplatz "ihre" vorweihnachtliche Sternstunde. Es ist eine Einladung an alle, einen Moment zu entschleunigen, stehen zu bleiben und sich Zeit zu nehmen für Begegnungen und Gespräche bei einem Becher Tee. Das tut gut.

