Armes Deutschland?

Artikel vom 15.01.2012

Ohne Fleiß kein Preis

Diakon Oliver Klein (Foto: privat) ist Abteilungsleiter Wohnungslosenhilfe der Erlacher Höhe Hohenlohe-Franken.

 

Der Reichtum einer Gesellschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit den Armen und Schwachen. Leben wir also in einem armen oder reichen Land? Der christliche Glaube stellt sich eindeutig auf die Seite der Armen und Schwachen, dies finden wir in zahlreichen Geschichten. In den Sprüchen Salomos steht: "Wer die Schwachen unterdrückt, beleidigt ihren Schöpfer. Wer Hilflosen beisteht, ehrt Gott." (Sprüche 14,31)

Schaue ich auf unsere Bundesregierung und ihr Gesetze im Sozialbereich, wird mir angst und bange ob der offensichtlichen Beleidigung Gottes. Unter dem Titel "Instrumentenreform" werden die Schwächsten unserer Gesellschaft systematisch ausgegrenzt und jeglicher Teilhabemöglichkeit beraubt.

Die Zahl der Menschen in Armut und Wohnungsnot steigt an, Dauerarbeitslosigkeit verfestigt sich trotz einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote insgesamt, prekäre Beschäftigungen nehmen zu.

Menschen, die auf Arbeitslosengeld angewiesen sind, werden durch unwürdige Sanktionsmöglichkeiten dafür bestraft, dass es keine geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten für sie gibt.

Nur wenn wir uns für die Schwachen einsetzen, haben sie eine Stimme − sie selbst sind leider oft sprachlos, verschämt und gebrochen.

Und nur dann können wir sagen, dass wir in einem reichen Land leben und damit Gott ehren!

Armes Deutschland?


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