Reaktionen: Das denken die Leser
Artikel vom 25.01.2012
Geht es nach dem Willen einiger Arbeitgebervertreter, sollen die Raucherpausen am Arbeitsplatz abgeschafft werden. Wir haben die echo-Leser dazu aufgerufen, uns ihre Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
Einer, der sich gemeldet hat, ist Christoph Eckstein aus Bretzfeld-Schwabbach. Er ist dagegen, dass die Rechte der Raucher immer mehr beschnitten werden. Seine Meinung, kurz und prägnant: "Entweder Raucherpausen oder man darf am Arbeitsplatz rauchen." Der Hohenloher nutzt die Gelegenheit, um sich gleich noch zum Thema Rauchverbot zu äußern. "Das ist sowieso der Gipfel der Ungemütlichkeit und gehört gleich wieder abgeschafft."
Silvia Kohler denkt ebenfalls, dass die Pausen für Raucher beibehalten werden sollten. Zu einer gerechten innerbetrieblichen Regelung gehört für sie jedoch, dass die Raucher die Unterbrechung nicht als Arbeitszeit anrechnen lassen können. "Dann entstehen für niemand Nachteile und meines Wissens ist der Raucher dadurch auch gelassener", sagt die Brackenheimerin.
Weniger Verständnis zeigt echo-Leser Manfred Fürstenau. "Meiner Meinung nach gehört das Rauchen während der Arbeitszeit verboten", stellt er klar. Zum einen seien viele Raucher "rücksichtslos" und würden sich nicht dafür interessieren, ob der Qualm die Nichtraucher stört. Zum anderen sei es ungerecht, wenn Raucher eine Pause machen, während Nichtraucher arbeiten müssen.
Hans Beyl sieht das ähnlich. Ihn stört generell das Verhalten der Raucher in der öffentlichen Diskussion. "Es ist doch verwunderlich, mit welchen Argumenten die Nikotinsüchtigen ihr vermeintliches Privileg der Raucherpause verteidigen." Beyl sieht nicht ein, warum Mitarbeiter den Platz verlassen, um "ihrer Sucht zu frönen". Er stellt eine Frage: "Wo bleibt denn die Nichtraucherpause?" Auch diese Mitarbeiter hätten eine kurze Auszeit verdient. "Wenn schon, dann gleiches Recht für alle!"
Auch echo-Leserin Roxanne Bittner kann die Forderung der Arbeitgeber verstehen. "Täglich mache ich die Erfahrung, dass Raucher spätestens nach eineinhalb Stunden geleisteter Arbeit erst einmal rauchen gehen, mindestens zehn Minuten." Ein Nichtraucher habe nicht die Möglichkeit, sich so viel Freizeit zu nehmen. Obwohl sie für die Abschaffung der Raucherpausen sei, habe sie auch Verständnis für die andere Seite. "Ich kann die Raucher verstehen, die sagen, das Gesetz wird nie durchkommen, dass das Rauchen auf Arbeit nicht mehr gestattet wird. Denn durch die Raucher wird eine beträchtliche Steuersumme erzielt." Bittner denkt, dass viele ein Interesse daran haben, dass es genügend Raucher gibt. Ohne letztere, sagt sie, hätten Ärzte viel weniger zu tun − und "Apotheken, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie hätten keine Arbeit mehr".

