Harte Kost
Artikel vom 18.01.2012
Spannung. Sonntagabend im Scala-Kino in Öhringen: Stieg Larssons Bestseller "Verblendung" (Foto: dapd), neu verfilmt von US-Regisseur David Fincher, wird in großen Lettern angekündigt. Helga Megerle aus Forchtenberg-Wohlmuthausen sitzt mit ihren Kindern Sascha und Mareike in der letzten Reihe und wartet gespannt. "Wir sind wegen Schauspieler Daniel Craig hier. Der hat so tolle Augen", sagt Helga Megerle und lacht.
Thriller. Die Kost, die die Besucher dann serviert bekommen, hat es in sich. Der Thriller spielt in Schweden. Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) wird vom Industriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) angeheuert, um einen Jahre zurückliegenden Mord an dessen Nichte Harriet aufzuklären. Mikael zieht in ein Haus auf der Insel der Vangers. Als er bei seinen Ermittlungen nicht weiterkommt, vermittelt Vanger ihm die Computerspezialistin Lisbeth Salander (Rooney Mara). Die scheint so gar nicht zu Mikael zu passen.
Knallhart. Die 23-jährige Lisbeth ist knallhart, am ganzen Körper tätowiert und gepierct. Aber sie ist eine geniale Hackerin. Atemberaubend rast sie auf ihrem schwarzen Motorrad durch die verschneiten Wälder Schwedens und greift Mikael mit großem Eifer bei seinen Ermittlungen unter die Arme. Der zeigt sich in der neuen Rolle von seiner intellektuellen Seite mit Brille und Katze im Bett.
Brutal. Autor Larsson hat viel in die Romanvorlage gepackt: Korruption, Missbrauch und eine schwer durchschaubare Geschäftsfamilie mit reichlich Nazi-Vergangenheit. Die brutalen Vergewaltigungsszenen kommen nicht bei jedem Zuschauer an, halten sich aber dicht am Buch. Die Story ist genial, doch nicht für jeden leicht zu verdauen. Denise Böhm aus Öhringen erklärt: "Den Film muss ich erst noch verarbeiten. Er war kompliziert."
Verwirrend. "Zwischendurch fand ich ihn etwas verwirrend", sagt Vanja Hübner aus Öhringen-Michelbach. Die Brutalität sei schon psychisch belastend. Freundin Monique Kulnick aus Bretzfeld-Bitzfeld hat mit Lisbeth gelitten: "Ich fand den Film sehr gut und spannend."
Zum Niederknien. Helga Megerle strahlt. "Hammergeil. Schwedischer Krimi mit typischem Spannungsbogen", platzt es aus ihr heraus. Daniel Craig hätte Augen zum Niederknien, schwärmt sie. Sie fand die die ganze Besetzung des Films toll − auch Lisbeth habe ihr gut gefallen, vor allem die Motorradszenen.
"Verblendung" läuft zurzeit im Öhringer Scala, montags bis mittwochs um 19 Uhr und donnerstags bis sonntags um 16.15 und um 20 Uhr. Im Prestige in Künzelsau läuft der Film heute um 17.30 und 20 Uhr, am Donnerstag um 20 Uhr, Freitag und Samstag um 19.30 und um 22.45 Uhr, am Sonntag und Montag um 20 Uhr und am Dienstag um 17.30 und um 20 Uhr.
Anil Celikbilek und Denise Böhm aus Öhringen sind gespannt auf den Film.
Helga und Mareike Megerle aus Forchtenberg-Wohlmuthausen.

