Die Angst vor dem Versagen besiegt
Artikel vom 01.09.2010
Bei den Männern hat es der Dresdner Raul Spank mit 2,30 Meter allen gezeigt.
Die deutsche Hochspringerin Ariane Friedrich hat am Sonntag zum ersten Mal das Eberstädter Hochsprung-Meeting gewonnen. Nach ihrem Siegessprung über 2,00 Meter stand die 26-Jährige echo-Mitarbeiterin Julia Spors Rede und Antwort.
Das mit dem Sieg in Eberstadt wurde aber auch Zeit, oder?
Ariane Friedrich: Oh ja. Mit 16 Jahren war ich das erste Mal hier. Ich musste also zehn Jahre auf den Sieg warten. Das ist lange genug.
Haben Sie sich diesmal besonders auf das Meeting vorbereitet?
Friedrich: Meine ganze vergangene Woche hat sich nur um Eberstadt gedreht. Ich hatte Angst, dass es wieder in die Hose geht. Angst, wieder zu versagen. Ich habe sogar geträumt, dass ich mit 1,71 Meter aus dem Wettbewerb ausscheide.
Warum war die Angst so riesig?
Friedrich: Ich bin immer in Eberstadt gescheitert. Deshalb war es so etwas Besonderes für mich, hier einmal zu gewinnen. Der Druck, der dadurch auf mir lag, war riesengroß und sehr anstrengend, aber auch befriedigend. Es bedeutet mir so viel, endlich wieder unter einem Wahnsinnsdruck gewonnen zu haben.
Wie war der Wettkampf für Sie?
Friedrich: Die zwei Mädels (Anmerkung der Redaktion: Svetlana Shkolina und Irina Gordeeva) haben es mir sehr schwer gemacht. Sie waren stark und haben mir den Sieg nicht geschenkt. Aber es hätte nicht unbedingt ein solches Herzschlagfinale mit einem dritten Sprung geben müssen. Ein gelungener Versuch über die zwei Meter hätte mir auch gereicht. (lacht)
Das heißt Sie sind vollauf zufrieden?
Friedrich: Ich freue mich wahnsinnig über den Sieg. Aber mir fehlt dieses Jahr einfach die Gelassenheit im Wettkampf. Alles ist unglaubliche Arbeit, nichts fällt mir leicht. Es ist oft ein Bruch da. Heute kam er nach den übersprungenen 1,97 Metern. Was da dann passiert, kann ich gar nicht genau erklären.
Wie sieht es körperlich aus?
Friedrich: Ich habe mich am Samstag noch zwei Stunden vom Physiotherapeuten behandeln lassen und auch vor dem Wettkampf. Da hat es geknackst, als ob ich noch nie bei einem Physiotherapeuten gewesen wäre. Ich muss mich nach dieser Saison noch mal richtig durchchecken lassen.
Klaus Schmetzer (links) aus Künzelsau-Gaisbach und Dieter Simon aus Niedernhall waren erstmals unterm Eberfürst zu Gast.
Helmut und Christa Pawlenka haben die Eberstadt-Karten von ihren Kindern geschenkt bekommen.
Für Sandra und Markus Freyer und ihre Kinder Lea und Patrick ist der Besuch als Eberstädter ein Muss.

