Eine Frage des Gehörs
Olaf Kubasik | Artikel vom 21.12.2011
Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin hat sich mit sofortiger Wirkung von Markus Babbel getrennt. Der Rauswurf war notwendig geworden, weil der Trainer den Verein sonst am Saisonende von sich aus verlassen hätte. Das will zumindest Hertha-Manager Michael Preetz aus einem Vier-Augen-Gesprächen herausgehört haben. Was aber nichts heißen mag. Denn Preetz werden große Probleme mit den Ohren nachgesagt. Falls sich diese Hörschwäche bestätigt, will Babbel auf Wiedereinstellung klagen − bis zu seiner eigenen Kündigung. Dann müsste der Klub am Saisonende auch für die Entfernung seiner Hertha-Tätowierung aufkommen. Sollten die Gutachter des Arbeitsgerichts jedoch Preetz eine 100-prozentige Funktion beider Ohren attestieren, wäre Babbel als Lügenbaron geoutet. Und Hertha-Boss Werner Gegenbauer hätte Recht. Gesetzt den Fall plant Babbel, als ehrenamtlicher Berater einer EU-Kommission tätig zu werden − oder sich für das Amt des Bundespräsidenten ins Gespräch zu bringen.

